Hufschutz ohne Nageln für Mini-Shettys: TPS-Grundplatten für kleinste Hufe
- Sabine Straub

- 9. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Wenn die kleinsten Hufe großen Schutz brauchen
Manchmal beginnt eine Entwicklung nicht am Schreibtisch, sondern mit einer ganz konkreten Frage aus dem Stall. Mitch (unser TPS Entwickler) wurde angesprochen, ob er mit dem TPS, dem TACT Permaschutz, nicht auch eine Lösung für die aller kleinsten Hufe entwickeln könnte. Konkret ging es um zwei Mini-Shettys, die auf einem Ponyhof im Schulbetrieb mit Kindern laufen.
Die Ausgangslage war typisch für viele kleine Ponys und Mini-Shettys, aber trotzdem nicht einfach zu lösen. Die kleinste Stute hatte eine Hufbreite von nur 65 Millimetern. Sie musste bisher immer mit Hufschuhen laufen, doch gerade bei sehr kleinen Hufen ist das Anziehen im Alltag nicht immer leicht.
Der kleine Wallach brachte dagegen mit 85 Millimetern Hufbreite etwas mehr Fläche mit.
Was ist der TPS eigentlich?
Wer zum ersten Mal mit TPS in Berührung kommt, denkt vielleicht zuerst an einen klassischen Beschlag. Genau das ist der TPS aber nicht. TPS ist kein Hufeisen und kein Metallbeschlag, sondern ein moderner Kunststoffbeschlag aus dem 3D-Druck. Die Grundplatte wird aus einem widerstandsfähigen, zugleich flexiblen Kunststoff gefertigt. Dadurch kann sie den Huf vor Abrieb schützen, ohne sich wie ein starres Eisen unter den Huf zu legen.
Der Unterschied ist leicht erklärt: Bei einem Hufeisen wird Metall mit Nägeln am Huf befestigt. Bei TPS wird kein Eisen verbaut und es werden keine Nägel in die Hufwand geschlagen. Die TPS-Grundplatte sitzt unter dem Huf und wird über Klebelaschen am Huf befestigt.
TPS wurde als flexibel verklebbarer Hufschutz entwickelt, der den Huf im Alltag vor übermäßigem Abrieb schützen soll, ohne ihn unnötig starr zu machen. Die Grundidee ist ein Hufschutz, der „wie ein Barfußschuh fürs Pferd“ wirkt: schützen, aber die natürliche Bewegung des Hufs möglichst wenig stören.

Warum Hufschutz für Mini-Shettys eine eigene Herausforderung ist
Für viele Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer stellt sich dieselbe Frage: Welcher Hufschutz passt, wenn Hufschuhe unpraktisch sind und Hufeisen keine Option mehr darstellen? Bei der kleinen Stute waren Hufschuhe zwar grundsätzlich möglich, aber im täglichen Ablauf schwer anzuziehen. Beim Wallach war nach dem letzten Schmiedetermin klar, dass ein genageltes Hufeisen keine tragfähige Lösung mehr war. Er hatte sich mit allem, was er hatte, gegen das Nageln gewehrt.
Gerade bei kleinen Hufen zählt jeder Millimeter. Die Grundplatte muss schützen, darf aber nicht überdimensioniert wirken. Sie muss am Huf sitzen, ohne die natürliche Abrollung unnötig zu verändern. Gleichzeitig braucht der Hufschutz ausreichend Halt.
Von der Anfrage zur Konstruktion: 3D-Scan statt Schätzung
Für diese beiden Mini-Shettys wollte Mitch nicht einfach eine vorhandene Form verkleinern. Dazu hat er die Hufe zuerst mit einem 3D-Scanner vermessen. So entstand ein reales digitales Hufmodell, auf dem er anschließend am Rechner die passenden TPS-Grundplatten konstruieren konnte.
Dieser Schritt ist entscheidend, weil kleine Hufe nicht nur kleiner, sondern oft auch anders proportioniert sind. Eine Hufbreite von 65 Millimetern verlangt eine andere Genauigkeit als ein Standardmaß bei größeren Pferden. Die Konstruktion musste also nicht nur „mini“ sein, sondern wirklich zum Huf passen.
TPS besteht im Grundgedanken aus einer Grundplatte, die den Huf am Boden vor Abrieb schützt, und Klebelaschen, die für die Verklebung am Huf angepasst werden können. Für den ersten Test wurden die Klebelaschen zunächst auf Größe 0 zugeschnitten. Die Hufe waren wenige Tage vorher vom Schmied bearbeitet worden, sodass eine saubere Ausgangssituation für den ersten Praxistest gegeben war.
Woher weiß man das man auf dem richtigen Weg ist? Die Kleine hat nach dem ersten abstellen des Hufes sichtlich entspannt, gekaut und geschleckt. Danach hat sie den Huf voll belastet und mir nicht mehr geben wollen. Hat immer den anderen gehoben der noch Barhuf war 😂 - Mitch
Hufschutz ohne Nägel: Warum das für manche Ponys entscheidend ist
Ein klassisches Hufeisen kann für bestimmte Pferde und Ponys funktionieren. Aber es ist nicht für jedes Tier und nicht für jede Situation die passende Antwort. Wenn ein Pony das Nageln deutlich ablehnt, wenn die Hufwand geschont werden soll oder wenn eine möglichst flexible Lösung gesucht wird, rückt nagelfreier Hufschutz in den Fokus.
Auch am Markt wird der Begriff „Klebebeschlag“ häufig als Alternative zum Hufeisen beschrieben. Für TPS bleibt dabei der eigene Anspruch klar: Der Hufschutz soll so wenig wie möglich stören und trotzdem genau dort schützen, wo der Huf im Alltag beansprucht wird.
Gerade bei Mini-Shettys ist das wichtig. Ein kleiner Huf darf nicht mit zu viel Material überladen werden. Gleichzeitig braucht ein Pony im täglichen Einsatz sicheren Schutz, wenn die Böden es verlangen. Die Lösung muss also leicht, passend, flexibel und alltagstauglich sein.
Der erste Test im Schulbetrieb
Der kleine Wallach hatte sich das letzte Mal beim Schmied mit allem was er hat gegen das Nageln gewehrt. Dann war klar das Hufeisen keine Option mehr ist. Aber bei unseren Böden hier braucht er Hufschutz.
Wenn du ein Mini-Shetty, Shetty oder Pony mit kleinen Hufen hast und Hufschuhe oder Hufeisen im Alltag schwierig sind, lohnt sich ein genauer Blick auf TPS. Denn manchmal beginnt guter Hufschutz genau dort, wo Standardlösungen aufhören.
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Der TPS für Shettys befindet sich noch in der Testphase. Hast du Interesse daran den Shetty TPS zu testen? Dann schreibe gerne in der TPS Community einen Beitrag (stelle dich kurz vor und wir kommen auf dich zu).
















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